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Wenn alles zu KI wird, bleibt das Gedächtnis wichtig

Modern kitchen interior with vintage Amul poster from The Great Indian Décor™ collection displayed above a breakfast scene.

In den vergangenen Monaten hat sich etwas verändert – nicht nur in der Art und Weise, wie Bilder entstehen, sondern auch darin, wie sie sich verbreiten, unsere Bildschirme beherrschen und überfluten.

Künstliche Intelligenz hat eine beispiellose Flut von Bildern im Internet ausgelöst. Perfekte Innenräume. Idealisiert Gesichter. Unendliche Variationen derselben visuellen Ideen. Schneller produziert als jeder menschliche Rhythmus – und in Mengen, mit denen kein unabhängiger Schöpfer mithalten kann.

Im Onlinehandel ist dieser Wandel nicht theoretisch. Er ist brutal konkret. Sichtbarkeit wird in Zahlen gemessen. Besucherzahlen. Umwandlungsraten. Verkäufe. Und wenn deine Bilder – von echten Künstlern über Zeit mit Absicht geschaffen – in einem Meer von KI-generierten Bildern untergehen, wird das Bestehen im Netz plötzlich schwerer.

Nicht weil deine Arbeit an Wert verloren hat – sondern weil ihr der Sauerstoff fehlt.


Gleichzeitig ist überall eine neue Erzählung entstanden: das Versprechen von „müheloser Kreativität“.

Kurse, Werbungen und sogenannte „Experten“ behaupten nun, man könne eine Poster-Marke, ein T-Shirt-Geschäft oder einen Designladen vollständig mit KI aufbauen – von Bildern über Webseiten bis hin zu Produktbeschreibungen, Social-Media-Beiträgen und Anzeigen – ohne zu zeichnen, zu fotografieren, zu schreiben oder auch nur viel nachzudenken.

Dieses Phänomen allein verdient einen eigenen ausführlichen Artikel. Denn wenn KI sich von KI ernährt, vervielfacht sich die visuelle Kultur nicht – sie wird flach. Wiederholung ersetzt Absicht. Stil wird durchschnittlich. Kreativität wird statistisch.

Dazu kommen wir in einem späteren Beitrag zurück.


Wo stehen wir also?

Bei MyRetroPoster haben wir uns mit Charlotte, Pam und den Menschen, die uns beraten, eine schwierige Frage gestellt:

Sollen wir KI vollständig ablehnen, um jede Verwechslung mit unseren Postern zu vermeiden – die alle ohne KI entstanden sind, aus echten Orten, echten Fotografien, echten Zeichnungen und echten Erinnerungen?

Die Absicht war edel. Doch die Wirklichkeit ist komplexer.

Wir sind ein kleines, unabhängiges Unternehmen. Wir haben keine großen Teams. Wir haben keine unbegrenzten Budgets.

Und wenn man an seinem Kernhandwerk – der künstlerischen Schöpfung – herausgefordert wird, kann man nicht zurückschlagen, indem man so tut, als hätte sich die Welt um einen herum nicht verändert.


Deshalb haben wir eine klare Entscheidung getroffen.

KI wird niemals unsere Poster erschaffen. KI wird niemals unsere Künstler ersetzen. KI wird niemals Orte erfinden, an denen wir nicht waren, oder Erinnerungen, die wir nicht erlebt haben.

Aber KI kann uns an anderer Stelle helfen.

Sie kann unterstützen, wenn wir unsere Kernfähigkeiten verlassen. Sie kann Kommunikation, Erkundung, Erzählkunst oder Experimente fördern – besonders wenn wir nicht die menschlichen oder finanziellen Mittel haben, alles auszulagern.

Und vor allem haben wir uns für Transparenz entschieden.


Deshalb arbeiten wir gerade an einer klaren KI-Charta für MyRetroPoster.

Sie wird festlegen:

  • wofür wir KI einsetzen,
  • wofür wir sie niemals einsetzen,
  • warum wir sie nutzen,
  • wo sie eingreift,
  • und wie transparent wir sein wollen – vollständig.

Diese neue Reihe von Bildern und Botschaften ist der erste sichtbare Schritt dieses Ansatzes.

Wenn wir sagen „Hier ist alles KI. Außer dem Poster.“ verbergen wir nichts. Wir zeigen hin.


Im Amul-Bild, das kürzlich geteilt wurde, erzeugt KI die Bewegung. Den Dampf. Den unmöglichen Toast, der in der Luft eingefroren ist.

Aber das Poster bringt die Erinnerung.

Eine Erinnerung, die lange vor Algorithmen existierte. Eine Figur, die nie wirklich existierte, aber zu Millionen von Küchen, Frühstücken und gemeinsamen Momenten gehört.

Dieser Gegensatz ist kein Zufall.

Er ist unsere Art zu sagen: KI kann Leben nachahmen. Aber sie erinnert sich nicht daran.


Wir glauben nicht daran, Technik blind abzulehnen. Und wir glauben auch nicht daran, die Kreativität ihr zu überlassen.

Zwischen Angst und Faszination gibt es einen dritten Weg: KI bewusst, sichtbar und verantwortungsvoll zu nutzen – und dabei den unersetzlichen Wert von menschlich geschaffener Kunst zu bekräftigen.

Das ist die Richtung, die wir für MyRetroPoster wählen.

Mehr Überlegungen, mehr Klarheit und ja – mehr Überraschungen – werden in diesem Jahr folgen.

Denn wenn alles künstlich wird, zählt das, was sich noch echt anfühlt.

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